EU AI Act
Die KI-Verordnung der EU: Risikoklassen, Fristen und was Unternehmen jetzt beachten müssen.
Diese Informationen basieren auf meiner persönlichen Einschätzung und stellen keine Rechtsberatung dar. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt.
- Was ist das?
Der EU AI Act regelt die Nutzung und Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in Europa. Er unterscheidet zwischen verschiedenen Risikoklassen:- Verbotene KI (z. B. Social Scoring)
- Hochrisiko-KI (z. B. in der Kreditvergabe oder Medizin)
- Niedriges Risiko (z. B. Chatbots)
- Ab wann gilt er?
Die Verordnung ist seit dem 1. August 2024 in Kraft und gilt gestaffelt: Verbote für inakzeptable KI seit 2. Februar 2025, Pflichten für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI) seit 2. August 2025.
Die Pflichten für Hochrisiko-KI sollen durch die „Digital-Omnibus“-Novellierung nach hinten rücken: nutzungsbasierte Systeme (Anhang III) von August 2026 auf den 2. Dezember 2027, produktbezogene Systeme (Anhang I, z. B. Medizinprodukte oder Fahrzeuge) von August 2027 auf den 2. August 2028. Wichtig: Diese Verschiebung beruht auf einer vorläufigen Einigung von EU-Parlament und Rat (Mai 2026) und ist noch nicht förmlich beschlossen – bis zur endgültigen Annahme gelten formal weiter die ursprünglichen Fristen (2. August 2026 bzw. 2027).
Zusätzlich plant die Novellierung, die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte („Watermarking“) auf den 2. Dezember 2026 zu verschieben und neue Verbote (u. a. für KI-generiertes Missbrauchsmaterial) aufzunehmen. - Wer ist betroffen?
Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln oder einsetzen. - Was müssen Unternehmen beachten?
Falls ein Unternehmen KI für Entscheidungen (z. B. Personalplanung, Preisgestaltung, Kundenanalyse) nutzt, muss geprüft werden, ob das unter den AI Act fällt. Falls eine externe KI-Software genutzt wird, muss der Anbieter die Konformität sicherstellen.
Schritte für Unternehmen:
✅ KI-Anwendungen identifizieren
- Nutzt Ihr Unternehmen bereits KI? (z. B. zur Personalplanung, Preisoptimierung, Nachfrageprognosen?)
- Falls ja: Ist das eine “Hochrisiko-KI”? (Wahrscheinlich nicht, aber prüfen!)
✅ Anbieter kontaktieren & Zertifizierung klären
- Falls externe KI-Software genutzt wird (z. B. in einer Kassen- oder ERP-Software), prüfen, ob der Anbieter konform mit dem AI Act ist.
✅ Transparenz & Nachvollziehbarkeit sicherstellen
- Wenn Ihr Unternehmen KI-gestützte Entscheidungen trifft (z. B. welche Produkte weniger produziert werden), sollte dies dokumentiert sein.
- Kunden und Mitarbeiter sollten informiert werden, wenn eine KI verwendet wird.
✅ Schulung der Mitarbeiter
- Falls KI im Unternehmen eingeführt wird, sollten die Mitarbeiter verstehen, wie sie funktioniert und welche Entscheidungen sie beeinflusst.
Weiterführende Links
- Europäische Kommission – KI-Verordnung (Überblick)
- Navigating the AI Act – offizielle FAQ der EU-Kommission
- AI Act Explorer – durchsuchbarer Gesetzestext
- Europäisches Parlament – KI-Gesetz
Stand: 30. Juni 2026 · Diese Übersicht wird regelmäßig aktualisiert und ersetzt keine Rechtsberatung.